Philosophie

Kreative Potentiale entdecken

Gestalter und Gestalterin des eigenen Lebens sein
Ich bin Lehrer. Deshalb liegt es mir nahe weiterzuvermitteln, anzuregen, Impulse zu geben, Lernprozesse zu initiieren und zu begleiten. Und ich bin fasziniert von den unbegrenzten Möglichkeiten der Künste. Deshalb interessiere ich mich dafür, wie Kunst vermittelt werden kann, wie jeder Mensch seine eigene Faszination für die Künste entdecken und sich in einer ihrer Disziplinen üben kann.

Meine Arbeit ist in der Regel interdisziplinär angelegt, d.h. ich kombiniere – so, wie es zur jeweiligen Themenstellung passt – verschiedene kreativ-künstlerische Vorgehensweisen miteinander: Theater – Musik – Literatur - Bildnerisches Gestalten - Plastisches Gestalten...
Die Arbeitseinheiten, Kurse, Workshops und Projekte akzentuieren oft gegensätzliche Pole: Improvisation und Komposition, Imagination und Materialisierung, Meditation und Aktion, Gestaltung und Reflexion, Selbsterfahrung und Kommunikation… - Hinter dieser Vielschichtigkeit des Arbeitens steht die Idee eines ganzheitlichen Vorgehens. Die Teilnehmer der meisten meiner Veranstaltungen sollen ebenfalls in ihrer Ganzheit und Vielschichtigkeit angesprochen werden.

Es kommt mir darauf an, künstlerische Aktion und kreativen Prozess mit der Persönlichkeit der Teilnehmer zu verbinden. Kunst ist nicht Selbstzweck, sondern wichtig immer nur in Beziehung zur kreativ tätigen Person. Die Künste bringen so besondere Seiten eines Menschen zum Schwingen, erweitern seine Fähigkeiten, aktivieren seine Ressourcen und verändern das Bewusstsein seiner Selbst; sie wirken wie ein Transformator, um Inneres nach außen zu bringen, Wahrnehmungen Wahrheit zu geben. Ein inhaltlicher Schwerpunkt meiner Arbeit ist die Beschäftigung mit mythischen Stoffen, die stets grundlegende, existentielle Themen des Menschseins ansprechen.

Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, wie bedeutsam das Erleben der eigenen Kreativität für Menschen ist: für ihr persönliches Wachstum, ihre (Selbst-)Bewusstheit und ihre „Selbstmächtigkeit“ (im Sinne des „Lebenskunst“-Wilhelm Schmidt) in der Gestaltung der eigenen Lebenswelt. Die Freude am Tun, der Genuss, sich selbst talentiert und produktiv zu erleben, die vielen kleinen Schritte in Richtung Lebenskunst ziehen sich durch alle Bereiche meiner beruflichen Tätigkeit gleichermaßen – für die Teilnehmer wie für mich selbst.

Meine Firma heißt „Wirkstatt für neuen Wind“ - und in der Tat: es ist eine Eigenschaft des Windes, zu beleben, zu bewegen, zu animieren und zu inspirieren. „Wirkstatt“ deutet darauf hin, dass hier (Be-)Wirken statt-findet – und was anderes kann Wirkung zeitigen, was anderes kann Wirk-lichkeit schaffen, als das, was wirkt?

HD Haun