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Mythodrama |
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Angebote Mythodrama |
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Mythen erklären nichts, sie zeigen das Wesen der Welt in Bildern. Die erzählten Geschichten sind – historisch gesehen – nie geschehen, doch schält man ihren Bedeutungskern frei, so findet man im Mythos stets existenzielle Fragestellungen, mit denen sich die Menschen aller Epochen konfrontiert sahen und sehen, konkret und alltäglich. Mythodrama bringt die mythologischen Figuren und die Herausforderungen, denen sie sich stellen müssen, „ins Spiel“ und machen sie damit zum Gegenstand einer individuellen und persönlichen Befassung. Die Veranstaltungen verstehen sich in der Regel als Workshops von einem Tag bis zu einem Wochenende, u.U. auch als längerfristige Seminarreihe.
Demeter und Persephone
Der Mythos handelt vom Raub der Kore-Persephone, Tochter der Fruchtbarkeitsgöttin Demeter, durch den Unterweltgott Hades, der sie zur Herrscherin der Unterwelt machen will. Demeter beschließt daraufhin, ihre göttliche Aufgabe niederzulegen und die Erde mit Unfruchtbarkeit zu überziehen. Letztlich kommt Kore-Persephone zwar wieder frei, jedoch jährlich nur für die Zeit der Aussaat bis zur Ernte; die übrige Zeit des Jahres bringt sie in der Unterwelt zu, während auf der Erde alles Wachstum – scheinbar – wieder erstarrt.
Der Mythos thematisiert unter seiner Oberfläche zentrale Aspekte des Lebens. Der Gegensatz von Unterwelt und Oberwelt, von Schatten und Licht, steht für Stillstand und Wachstum, für Trauer und Freude, Aussichtslosigkeit und Hoffnung, Opfer und Fülle… - all dies Themen auch des darstellenden Spiels in der Veranstaltung.
Pandora, Prometheus und Epimetheus
Pandora (die von den Göttern „Allbeschenkte") bringt in ihrer Büchse alle Laster und Leiden, Gebrechen und Verbrechen auf die Erde - aber auch die Hoffnung! In der mythologischen Erzählung wird jedoch nicht eindeutig gesagt, ob Pandora die Hoffnung in ihrer Büchse für uns aufbewahrt oder sie uns vorenthält. …wie das so ist mit der Hoffnung: Sie gibt uns keine Sicherheit! Wir werden am Seminartag also – vorwiegend spielerisch – uns damit auseinandersetzen, was wir selbst hoffen oder fürchten, was unsere Hoffnung nähren kann und wozu sie uns zu beflügeln vermag.
Prometheus (der Vorbedachte) und Epimetheus (der Nachbedachte) reagieren in ganz unterschiedlicher Weise auf die Gesandte der Götter - und eröffnen so weiteren Spielraum für theatrale Gestaltungen.
Gilgamesch und Enkidu
Der sumerische König Gilgamesch beschert seinem Volk wohl ungekannten Reichtum, er knechtet es aber auch unmenschlich. Gilgamesch, der Stadt- und Machtmensch, der Vertreter eines neuen, geistigen Prinzips, wird vom naturverhafteten "Wildmenschen" Enkidu herausgefordert. Doch im Kampf erweist er sich ihm als ebenbürtig, und beide verbrüdern sich. Gemeinsam vollbringen sie eine Reihe von unglaublichen Taten – und fordern so die Götter heraus. Deren Urteil bestimmt Enkidus Tod. Als Enkidu stirbt, stürzt Gilgamesch in eine tiefe Krise, und er begibt sich auf eine beschwerliche Suche nach der Unsterblichkeit. Er findet allerdings nur das „Kraut des Lebens", das ihm die Jugend wiederbringen kann. Doch das Kraut wird von einer Schlange gefressen, und er kehrt mit leeren Händen nach Uruk zurück. - Was hat er gelernt?
Jona – Der Mann im Fisch
Jona, der Gedrängte und Zauderer, der Verschlungene und Wiedergeborene, der Moralist und Unbarmherzige…- die Gestalt des Jona hat viele Facetten, die wir von uns oder unseren Mitmenschen ebenfalls kennen: eigentlich zu wissen, was zu tun ist, aber es doch nicht tun, eine innere Stimme spüren, aber vor ihr fliehen, untergehen und doch wieder Boden unter den Füßen spüren… Jona im Bauch des Fisches: Das archaische Bild der Nachtmeerfahrt des Sonnenhelden, gleichwohl auch eine Geschichte, die die Dunkelheit der Nacht fassen will und mit ihr die dunklen Seiten des Lebens: Trauer, Tod. Diesen dunklen Lebenserfahrungen wird die Hoffnung entgegengesetzt: Wie die Sonne nach der Dunkelheit der Nacht wieder im Osten aufsteigt, so gibt es auch den Neuanfang nach der Krise, die Orientierung nach der Verwirrung. - Gibt es aber auch Leben nach dem Tod?
Theseus und Ariadne
König Minos von Kreta fordert alle neun Jahre sieben Jünglinge und sieben Jungfrauen von Athen, die er dem Minotauros, einem grässlichen Wesen - halb Mensch, halb Stier -, das im Labyrinth zu Knossos haust, zu töten überlässt. Theseus, Sohn des Königs von Athen macht sich auf, den Minotauros zu töten. Ariadne, eine Halbschwester des Minotauros, verliebt sich in Theseus. Dank ihres Fadens findet Theseus, nachdem er den Kampf gewonnen hat, aus dem Gewirr der Gänge wieder heraus. Beide fliehen miteinander. Doch Ariadne ist als Braut dem Gott Bakchos versprochen. Der gottesfürchtige Theseus verlässt die wehklagende und verzagende Ariadne und kehrt nach Hause zurück, zieht jedoch das falsche Segel auf, das schwarze, das weithin sichtbar „Niederlage" verkündet. Aus Gram stürzt sich Theseus’ Vater, noch bevor sein Sohn den Hafen erreicht, ins Meer. Aspekte der Geschichte spielend fragend wir uns: Wer oder was ist dieser Minotauros? Kennen wir Kämpfe gegen andere Ungeheuer, alltägliche vielleicht, heute? Findet Theseus sich selbst im Labyrinth? Welche „Fäden" geben Orientierung in den Labyrinthen oder Irrgärten des alltäglichen Lebens?...
Popol Vuh
Das Popol Vuh (das „Buch des Rates“) ist die Schöpfungsgeschichte der Quiché-Maya in Guatemala und gehört zu den „großen Schriften des Menscheitsmorgens“ (Wolfgang Cordan). In einer bildhaften, eindringlichen Sprache erzählt der Mythos die mehrfache Weltschöpfung und Wiederzerstörung und berichtet von der Unvollkommenheit aller Geschöpfe. Aber jede wahrgenommene Unzulänglichkeit ist Grund genug für einen weiteren „Versuch“... In dieser Schöpfungsgeschichte kann sich auch der schöpferische Mensch wiederfinden, der an Irrtümern und Fehlern lernt, nicht aufgibt und beharrlich sein Ziel verfolgt.
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