Maluma und Takete - Maskenbau und Maskenspiel nach inhaltlich-formaler Vorgabe
Nach einer inspirierenden Einführung in das Thema modellieren wir in gestalterischer Absicht Tonmodelle zum Gegensatz von „Maluma“ und „Takete“. Über dem Tonkern wird anschließend eine fünflagige Papierhaut aufgebracht, die – nach nächtlicher Trockenzeit – am zweiten Kurstag zur individuellen Maske ausgestaltet wird. Die spielerische Vorbereitung im Hinblick auf die Besonderheit des Spiels mit Masken, die Animation der Maskenwesen sowie Erfahrungen im Einsatz von Lauten und Klängen bereiten die Entwicklung einer kleinen Szene vor, die zum Ende des Wochenendes (halb-)öffentlich präsentiert werden soll.
Die Veranstaltung kann nur als mindestens 2½-tägiger Workshop angelegt sein, ein erweitertes Arrangement über eine Woche hin ist aber auch möglich.

Durch Verdecken sichtbar machen - Bildnerische Experimente und Seherfahrungen nach Bildern von Arnulf Rainer
Wenn etwas verdeckt ist, steigt oft die Spannung, hinter das Vordergründige, unter die Oberfläche schauen zu wollen. Sieht man zunächst nur den Ausschnitt von irgendetwas, so kann das neugierig machen auf das Ganze. Ein Bild zu übermalen, kann heißen, es zu steigern, zu präzisieren, zu verdeutlichen, zu perfektionieren, etwas im Bild hervor zu heben, heraus zu streichen, zu dämpfen oder abzuschwächen, in Relation zu setzen , zu vervollkommnen.
Arnulf Rainer ist einer der international renommiertesten Maler Österreichs. Er schuf die Übermalung als eigene Kunstform. Er hat Photographien übermalt, eigene und fremde Gemälde, Totenmasken, gotische Christusbilder, Madonnendarstellungen, Künstlerköpfe.
Wir werden uns von Arnulf Rainers Bildern inspirieren lassen, mit verschiedenen Materialien experimentieren und selbst mittels verschiedener Verfremdungstechniken bildliche Darstellungen überstreichen, überzeichnen, überkleben, lasieren, abdecken… - eben in der Absicht, das Dargestellte hervorzuheben und aufleuchten zu lassen.

Unser Kopf ist rund, damit das Denken seine Richtung ändern kann. (Francis Picabia)
Dada inspiriert uns, Dada verleitet uns, wir sind Dada. Dada wurde aus einem Geist der radikalen Negation bzw. einem Kritizismus etablierter künstlerischer und sozialer Standards geboren. Dada mixt künstlerische Wege und Ansätze wie Tanz, Poesie, Musik, Kabarett, Rezitation, Malerei, Bühnenarbeit, Arbeit mit Objets trouvées, graphische Arbeiten..., was üblicherweise zu Charakterisierungen führt wie: grotesker Humor, Absurdität, ironische Verfremdung, aleatorische Arrangements, Nonsense - und Sinn im Unsinn. Dada birgt ein unbegrenztes kreatives Potenzial und die innovative Chance, Dinge in einer sehr überraschenden Weise darzustellen.
Im Workshop werden wir viele dieser dadaistischen Elemente adaptieren: fremde, quere, verrückte Lyrik; spontanes Darstellen/ Darstellen, ohne nachzudenken; Spiel mit Zufällen/ die kreative Nutzung von Zufällen; absurde Interventionen im alltäglichen Geschehen, Flashmobs, kollektive Musikkompositionen ohne gemeinsames Regelwerk, Vollführen unnötiger Abläufe anstatt rationalen Überlegungen zu folgen... In einer amüsanten und freudvollen Weise werden wir uns dabei beständig fragen, welche Möglichkeiten darüber hinaus sonst noch bestehen. Übungen in Achtsamkeit/ Präsenz werden uns aufmerksam, offen-bereit und experimentell einstimmen. Der Workshop muss eine öffentliche Performance haben!